Ankunft in Cebu

Wir sind angekommen.. nach einer langen Anreise über Manila, haben wir heute Mittag dann Cebu erreicht , wo uns Anna und Butch am Flughafen erwartet haben. Nach so langer Zeit, einfach schön, sich endlich wieder ausgiebig drücken zu können. Die Fahrt zu unserer Unterkunft war vor allem für Ida eine ganz neue Situation. DIcke Luft im wahrsten Sinne des Wortes, dreißig Grad Außen- und Innentemperatur (keine Klimaanlage..) , eine für uns überhaupt nicht überschaubare Verkehrsregelung und der für sie völlig unverständliche Kontrast ärmlicher Behausungen, zwischen denen die Klassiker der Fastfood Ketten lokalisiert sind. Dazu der Müll, der einfach da liegt, wo er produziert wird. Bei der Ankunft im Hotel gab es eine weitere freudige Überraschung: trotz der Pandemie hat es keinen Personalwechsel gegeben, wir sind voller aufrichtiger Freude begrüßt worden und ich habe meinen großen Becher für den Kaffee bekommen. Das hat gut getan. Danach ging es zum Termin im „Children‘s Legal Bureau“. Dort trafen wir die Anwältin Noemi Truya-Arabientos , die in einem Netzwerkverbund, Kinderrettung aus missbräuchlichen Verhältnissen, in Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen und Shelter homes, koordiniert, und die anwaltliche Vertretung vor Gericht übernimmt. Es war hart zu hören, dass durch den Lockdown bedingt, eine Zunahme von 250% mehr Online Kindermissbrauch für Cebu zu verzeichnen ist. Organisationen wie das Children‘s Legal Bureau haben es geschafft, eine Gesetzesvorlage zur stringenten Strafverfolgung auch im Online Mißbrauch , durchzusetzen und die Täter vor Gericht zu bringen. Das Bureau und seine Netzwerkorganisationen begleiten die Kinder durch die gesamte Zeit und darüber hinaus. Frau Truya-Arabientos leistet diese Arbeit seit 2010 und freut sich, dass ca 85% der Kinder einen Weg zurück in ein würdevolles, eigenbestimmtes Leben schaffen. Eine beeindruckende Frau, die keine Scheu hatte, Fakten zu benennen und Rückschläge als Ansporn nimmt, einfach weiterzumachen. Das konnte man auch deutlich am Büroraum sehen. Ein im Hinterhaus untergebrachtes Office, mehrere Räume in einem verwinkelten Grundriß, überall Akten- und Papierberge, Kampagnenposter dazwischen ein paar Grünpflanzen, Zeichnungen und Urkunden. Jetzt ist der Tag hier zu Ende…morgen früh geht es weiter zum Half-Way House.

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Nach wie vor ist Hilfe zur Selbsthilfe für die Mehrzahl der Einwohner der Philippinen unerläßlich. Zwar liest man gelegentlich in der Presse über die rasante wirtschaftliche Entwicklung der Länder in Südostasien und darunter auch der Philippinen im Zuge der Globalisierung, diese kommt aber offensichtlich nur einer kleinen Schicht zugute. Im Gegenteil, die Mehrzahl der Armen, vor allem in ländlichen Bereichen, wird durch Industrialisierungsprojekte und eine enorme Verteuerung ihrer Lebenshaltungskosten betroffen.

Darunter leiden vor allem die Kinder als schwächste und wehrloseste Mitglieder der Gesellschaft. Es ist kaum damit zu rechnen, daß die Versprechungen der philippinischen Regierung signifikante Veränderungen schaffen werden.